Du bist Roßtal

Wer fordert muss auch leisten!

Standortgutachten vorgestellt

Donnerstag den 23. März 2006 um 10:52 von Silvia Büttner

Auf Betreiben und Anraten der Regierung von Mittelfranken (Städtebauförderung) wurde ein unabhängiges Gutachten durch die in Deutschland renommierte GfK in Auftrag gegeben. Die GfK untersuchte dabei den derzeitigen Stand der Versorgung im Markt Roßtal, die Attraktivität des Einzelhandels, die Auswirkungen einer Neuansiedlung eines Lebensmittel-Vollsortimenters mit einer Fläche von 1.300 m² auf den Einzelhandel im Sanierungsgebiet des Altortes. Daran und welche Möglichkeiten es für den Altort im Sanierungsgebiet der Städtebauförderung gibt, hatte insbesondere die Regierung großes Interesse. Im Marktgemeinderat wurde nun am 15. März das Standortgutachten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) Prisma Institut in Nürnberg durch den Projektleiter Andreas Weidmann vorgestellt.

Andreas Weidmann stellte zu Beginn fest, dass das Gutachten eine neutrale Stellungnahme darstellt und die politischen Folgerungen daraus von den Entscheidungsgremien gezogen werden müssen. Leider sei im Vorfeld des Bürgerentscheides um einen Lebensmittelvollsortimenter nicht immer sachlich argumentiert worden. Das Interesse an der Präsentation aus der Bevölkerung war sehr gering. Dies verwundert, weil ja erst im Juli 2006 eine große Auseinandersetzung im Rahmen eines Bürgerentscheids stattfand.

Die wesentlichen Ergebnisse:
Der Markt Roßtal hat eine hohe Attraktivität als Wohnstandort und eine überdurchschnittliche Kaufkraft (Kaufkraftindex von 104,7, Bund 100, Land 103,8). Insgesamt verfügt Roßtal über eine Einzelhandelsangebotsfläche von 4.600 m², auf der ein Einzelhandelsumsatz von 20,2 Mio € erwirtschaftet wird. Per Saldo gehen aber weit mehr an vorhandener Kaufkraft, nämlich 30,2 Millionen € ins Umland verloren. Allein beim täglichen Bedarf gehen 6,7 Millionen € an Kaufkraft nach außen. „Vor diesem Hintergrund ergibt sich ein Handlungsbedarf, der insbesondere auf die haushaltsnahe Grundversorgung der marktansässigen Bevölkerung abzielt. Diese wird zur Zeit lediglich durch Anbieter getragen, die deutlich unterhalb von 1.000 m² Verkaufsfläche agieren.

Der Markt Roßtal erreicht nur eine Marktabschöpfung von rund 37 %, bei den Gütern des täglichen Bedarfs derzeit 58 % (inklusive Lidl), bei den aperiodischen Gütern nur 11 %. Das bedeutet, dass beim täglichen (periodischen) Bedarf mehr als 40 % nicht ausgeschöpft werden, bei den aperiodischen Bedarfsgütern 89 %. Dies lässt, so der Gutachter, „auch Rückschlüsse auf eine unzureichend ausgebaute Versorgungsstruktur im Markt Roßtal selbst zu“. Der Gutachter weiter: “Nur durch ein qualitativ hochwertiges und entsprechend attraktives Einzelhandelsangebot kann die bislang abfließende Kaufkraft im nennenswerten Umfang vor Ort gebunden werden. Vor diesem Hintergrund empfiehlt das GfK Prisma Institut „die Ansiedlung eines Lebensmittel-Verbrauchermarktes mit rund 1.300 m² Verkaufsfläche, um insbesondere unter qualitativen Gesichtspunkten eine Verbesserung der Angebotsstrukturen in die Wege zu leiten.

Der historische Altortkern (gefördert durch die Städtebauförderung) verfügt über keineswegs gute Voraussetzungen für die Herausbildung einer modernen Einzelhandelslage. Die am besten geeigneten Standorte sind Fürther Straße (Süd oder Nord) und an der Straße nach Buttendorf.

Das Gutachten befasst sich auch mit der Umsatzverlagerung im innerörtlichen Einkaufsbereich, wenn ein Lebensmittel-Vollsortimenter an einem der genannten Standorte realisiert würde und kommt zum Ergebnis, dass diese Umsatzverlagerung bei etwa 0,5 Mio € liegen dürfte und damit mit 6,7 % weit unterhalb einer kritischen 10 %-Grenze.

Das Gutachten hat ausdrücklich den noch bestehenden Lidl-Markt mit berücksichtigt. Lidl hat in einem Schreiben, das der Bürgermeister in der Sitzung verlas, bekräftigt, vorläufig am Standort in Roßtal zu bleiben, langfristig sich aber nicht an den bestehenden Standort zu binden.

Kategorie: aus dem Rathaus

1 Kommentar

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Kommentar by Horst Kostal

11. April 2006 @ 15:48

Schön.

Aber wem nutzt das, wenn die Roßtaler für sich selbst entscheiden, ob sie gut versorgt sind oder nicht.

Schade um das Geld.

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