Fünf neue Träger der Bürgermedaille
Bürgermeister Maximilian Gaul überreichte am 25. April 2006 an eine verdiente Bürgerin und vier verdiente Bürger die Bürgermedaillen, die der Marktgemeinderat mit einstimmigem Beschluss verliehen hat. Traditionsgemäß werden die Medaillen anlässlich des Gedenktages der Verleihung der Stadt- und Marktrechte an Roßtal am 22. April 1328 durch Kaiser Ludwig dem Bayern zu Rom überreicht. Da der 22. April heuer ein Samstag war, wurde die Verleihung erst am 25. April vollzogen.
Hartmut Großer, Großweismannsdorf: Große Verdienste um den Sport und die Wiederbelebung der Kärwa in Großweismannsdorf.
Er ist seit 1960 bis heute in unterschiedlichen Ehrenämtern tätig. Von 1982 bis 1986 2. Vorstand für den SV Großweismannsdorf und als 1. Vorstand von 1994 bis 2001. Es waren wichtige Jahre für diesen 1957 gegründeten Sportverein. Der Bayerische Fußballverband hat sein Wirken mit dem Verbands-Ehrenzeichen in Gold im Jahr 1999 gewürdigt. Der Bayerische Staatsminister der Justiz hat seine Laienrichtertätigkeit in einem persönlichen Dankschreiben anerkannt. Was viele Mitbürger fasziniert, dass es im Gemeindeteil Groß- und Kleinweismannsdorf seit der Jubelfeier nun alljährlich eine Kärwa gibt, die ihren Namen verdient. Die Küche kann sich sehen lassen und er darf stolz darauf sein, dass er als ein wesentlicher Motor zum Erfolg der gelungenen Dorffeste beiträgt. Es macht auch Freude zu sehen, wie die ganze Familie mit dem Vater zusammen hier tätig wird, und damit auch beiträgt zu einem guten Leben im Dorf. Wenn sich heute die Großweismannsdorfer Vereine an einen Tisch setzen, dann ist das auch mit sein Verdienst.
Walter Hartmann, Buchschwabach: Verdienste um die Kleintierzucht, um die Gründung des Buchschwabacher Ortskartells und seiner sozialen Aktivitäten im VdK.
Seit Januar 1967 aktiver Züchter, war er 13 Jahre lang 1. Vorstand des Mittelfränkischen Rex-Clubs der Kaninchenzüchter und wirkt heute als
2. Vorstand. Beim Mittelfränkischen Angora- und Zwergkaninchenclub ist er seit 15 Jahren 1. Vorstand. In dieser Zeit hat er auch Marksteine gesetzt durch die Einführung der Mittelfränkischen Clubschau, die alle zwei Jahre stattfindet.
Am 17. April 1978 ist er in die Buchschwabacher Wehr eingetreten und hat sich zum Maschinisten und Gerätewart in Würzburg fortgebildet. Im Februar 1987 wurde er zum 1. Festausschussvorsitzenden für das 100-jährige Feuerwehrfest gewählt. 1988 übernahm er den Vorsitz der Wehr in Buchschwabach.
Seit 1993 ist er 1. Vorstand des Ortskartells. Schließlich führte sein sozialpolitisches Interesse zur Übernahme der Vorstandschaft im VdK, dem Sozialverband in Roßtal.
Pfarrer Jörn Künne, Roßtal: Innovative Ideen in der Diakonie, Kinder- und Seniorenbetreuung, Denkmalpflege und bei der Errichtung der neuen Stiftung für die Pfarrei Roßtal.
Seit 13 Jahren lebt Pfarrer Jörn Künne in unserem Markt Roßtal und ist 1. Pfarrer in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde. Damit hat er von Haus aus eine sehr verantwortungsvolle seelsorgerliche und gesellschaftliche Position.
In diesen 13 Jahren hat sich in Roßtal vieles verändert. Er hat sich stets auch dem historischen Erbe gestellt und ist – wie sein Vorgänger auch – der historischen Forschung und dem Heimatverein gegenüber aufgeschlossen. Er öffnete die Kirchentüre weit, brachte die Ökumene vorwärts und trug dazu bei, dass sich die Christen in Roßtal noch besser verstehen und Geschwisterlichkeit nicht nur eine Leerformel ist.
Die Benennung der Friedhofskapelle in Martinskapelle, die Bezeichnung unserer Friedhöfe mit den Namen christlicher Vorbilder wie Laurentius und Martin geht auf ihn zurück. Die Idee der Sozialmesse wurde im engsten Gespräch zwischen Bürgermeister und Pfarrer entwickelt. Viele Kommunen fragen wegen dieser Idee bei uns nach.
Es ist ihm ein Anliegen, dass der Obere Markt seine wichtige Wohn- und Lebensfunktion, seinen kulturellen und religiösen Stellenwert als Mittelpunkt unserer traditionsreichen Kommune behält. Von daher rührt auch das erfolgreiche Bemühen um die Erweiterung des evangelischen Gemeindezentrums, um die Sanierung des Mädchenschulhauses, um den Erhalt eines Stückes auch unserer alten Stadtmauer im Pfarrgarten.
Das Betreute Wohnen konnte schließlich erfolgreich am Roßtaler Bahnhof verwirklicht werden. Aber auch die Kindergärten sind ihm wichtig. Auch für weitergehende Betreuungsangebote hat er seine Ideen eingebracht.
Schließlich war er auch Motor bei der Errichtung der neuen Stiftung für die Pfarrei Roßtal. Der Stiftungszweck geht über die seelsorgerliche Arbeit weit hinaus und will auch darauf hinweisen, welches Selbstverständnis die evangelisch-lutherische Gemeinde in unserer politischen Gemeinde für sich sieht und welche Rolle sie auch spielen will in Zukunft.
Heinz Raab, Roßtal: Verdienste um Tradition, Kultur und Heimatgeschichte sowie aktive Unterstützung der kommunalen Partnerschaften.
In der 37-jährigen Amtszeit des früheren Kämmerers sind zwei entscheidende Arbeitsaufgaben gefallen: die Gemeindegebietsreform mit ihrer Aufgabenverlagerung hinunter zu den Gemeinden und die Kommunalentwicklung hin zur Bürgerkommune. Diesen Weg hat Heinz Raab aktiv mitgestaltet.
Die Bildungs- und Kulturarbeit fand bei ihm Widerhall. Die regelmäßigen Gemäldeausstellungen im Rathaus waren bei ihm in besten Händen. Die Städtebauförderung ist direkt angesiedelt in der Finanzverwaltung. Unbeirrt hielt er auch an den Zielen der Städtebauförderung fest. Der Lohn ist heute ein sanierter Oberer Markt, der in und außerhalb Roßtals großes Lob erfährt.
Roßtal war früher als andere bei der Datenverarbeitung mit der AKDB dabei. Wir haben früher als andere als finanzschwache Gemeinde mit Hilfe von Bayerngrund unsere Grundstückpolitik für den Wohnbau betreiben können und sind damit auch in den ersten Jahrzehnten des neuen Marktes Roßtal der gesteigerten Nachfrage nach Wohnungen nachgekommen. Er hat sich als Liegenschaftsverwalter auch um die Menschen gekümmert, die sich keine teuren Wohnungen leisten können und die auf unsere Hilfen angewiesen sind. Im Heimatverein ist er seit Jahren ebenso wie im DFF Kassier.
Im Bürgerkomitee gegen den Rangierbahnhof war er von 1973 bis 1981 Kassier.
Die Förderung der Freundschaft mit Thalheim und mit Auzances in Frankreich war bei ihm in besten Händen. Die Feuerwehren hatten in ihm einen sachkundigen und verständnisvollen Fürsprecher.
Auch bei der Herausgabe des neuen Heimatbuches wirkte er aktiv mit. Sein letztes Werk, der Bericht zur Städtebauförderung, der an alle Haushalte ging, zeigt auf, wie sehr er im Herzen Roßtaler ist.
Marianne Schmutzer, Neuses: Engagiertes Wirken als Marktgemeinderatsmitglied im sozialen und bildungspolitischen Bereich und im vorpolitischen Raum bis heute.
Im Jahre 1984 ist sie als eine von zwei Frauen in den Marktgemeinderat gewählt worden. 12 Jahre lang bis zum Jahre 1996 hat sie in der SPD-Fraktion eine wichtige Rolle eingenommen und sich einen Ruf im sozialen und kulturellen Bereich der Kommunalpolitik erworben. Sie ist stets dem sozialen Engagement treu geblieben und bringt sich noch immer aktiv in die Arbeit vor Ort bei der AWO ein.
Die Bildungsarbeit und der Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten für Kinder waren ihr ein Grundanliegen. Wenn sie heute auf das Roßtal von 2006 blickt, dann sieht sie auch viele ihrer Ziele verwirklicht, für die sie sich stets eingesetzt hatte. Kindergärten sind vorhanden, eine gute Mittagsbetreuung ist gegeben und auch einen hervorragend geführten Hort können wir anbieten. Die Volkshochschule, in dessen Beirat sie engagiert mitwirkte, hat eine wichtige Stellung im Bildungsbereich unseres Marktes und unsere Sozialverbände einen wichtigen Platz in der Roßtaler Gesellschaft.
Wir ehren in ihr eine Vertreterin der Frauen, die Kinder und Beruf, Haushalt und Politik und gesellschaftliches Engagement miteinander in Einklang brachte, dabei stets Prioritäten in der jeweiligen spezifischen Lebens- und Familienplanung setzen konnte und für ihr Dorf Neuses schließlich die erste Vertreterin im Marktgemeinderat überhaupt war.
In seiner Festrede mit dem Thema „Gemeinde braucht Zukunft – Zukunft braucht sozialen Kitt“ machte der Bürgermeister den Wert der „Subsidiarität“ für das Gemeinwesen deutlich. Er zeigte auf, inwiefern die Geehrten diesen „sozialen Kitt“ gebildet haben.